Gründe für den Begriffsgebrauch
3 Texte
Reasons of Love and Conceptual Good-for-Nothings
In Themes from Susan Wolf. Michael Frauchiger und Markus Stepanians (Hrsg.). Berlin: De Gruyter. Im Erscheinen.
Die Berufung auf die Instrumentalität von Begriffen weckt die Sorge, die ‚falsche Art von Gründen‘ zu liefern. Unter Rückgriff auf Susan Wolfs Arbeiten zu ‚Gründen der Liebe‘ argumentiere ich, dass diese Sorge unbegründet ist. Ferner untersuche ich Wolfs Begriff der ‚wertvollen Taugenichtse‘, um zu zeigen, wie nicht-instrumentelle Werte letztlich die Bedeutung von Gründen der Liebe für die Begriffsverwendung untermauern.
PDF herunterladen
The Ethics of Conceptualization: Tailoring Thought and Language to Need
Oxford: Oxford University Press. 2025. doi:10.1093/9780198926283.001.0001
Philosophie will uns einen festeren Halt an unseren Begriffen geben. Aber was ist mit ihrem Halt an uns? Warum sollten wir uns der Herrschaft eines Begriffs unterstellen und ihm die Autorität geben, unser Denken und Handeln zu prägen? Eine andere Begriffsbildung hätte andere Implikationen. Was macht eine Denkweise besser als eine andere? Dieses Buch entwickelt einen Rahmen zur Beurteilung von Begriffen. Leitend ist die Idee, dass die Frage nach der Autorität von Begriffen nach Gründen besonderer Art verlangt: Gründe für den Begriffsgebrauch, die uns sagen, welche Begriffe wir übernehmen, beibehalten oder aufgeben sollten, und die damit die Gründe für Handeln und Glauben, die unsere Überlegungen leiten, stützen – oder untergraben. Traditionell hat man solche Gründe entweder in zeitlosen rationalen Fundamenten oder in den angeblichen Tugenden von Begriffen gesucht, etwa Präzision und Konsistenz. Dagegen vertritt das Buch zwei Hauptthesen: dass wir Gründe für den Begriffsgebrauch in den begrifflichen Bedürfnissen finden, die wir entdecken, wenn wir uns kritisch von einem Begriff distanzieren und ihn aus der autoethnografischen Perspektive betrachten; und dass mitunter gerade Begriffe, die in Konflikt geraten oder andere Laster wie Vagheit oder Oberflächlichkeit aufweisen, das sind, was wir brauchen. Indem wir nicht fragen, welche Begriffe absolut am besten sind, sondern welche Begriffe wir jetzt brauchen, können wir uns mit der Kontingenz unserer Begriffe versöhnen, den rechten Platz von Bemühungen um begriffliches Aufräumen bestimmen und zwischen konkurrierenden Begriffsauffassungen der Dinge entscheiden – selbst bei so umstrittenen Dingen wie Freiheit oder freiem Willen. Ein bedarfsbasierter Ansatz trennt hilfreiche Klärung von lähmendem Ordnungssinn und autoritative Definition von begrifflichem Gerrymandering.
PDF herunterladen
Virtues, Rights, or Consequences? Mapping the Way for Conceptual Ethics
Studia Philosophica: The Swiss Journal of Philosophy 83 (1): 9–22. 2024. doi:10.24894/StPh-en.2024.83002
Skizziert die Weisen, in denen moralische und politische Reflexion darüber, welche Begriffe zu verwenden sind, sich an tugendethischen, deontologischen und konsequentialistischen Traditionen orientieren kann, und markiert die wichtigsten Schwierigkeiten, denen jede Herangehensweise gegenübersteht.
PDF herunterladen