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Aptische Normativität

2 Texte

Evolving Minds, Evolving Language: Metaphor as a Process of Conceptual Adaptation to Artificial Intelligence

Manuskript (+Folien)

Argumentiert, dass kognitive Termini wie „Verstehen“ oder „Schlussfolgern“ immer häufiger auch von technisch versierten Forschenden auf grosse Sprachmodelle angewandt werden und dass solche Anwendungen weder als wörtliche Zuschreibungen noch als bloss lockere Rede zu begreifen sind, sondern als Metapher im Sinne begrifflicher Anpassung: als kreative Ausdehnung von Begriffen über ihren ursprünglichen Bereich hinaus unter dem Druck begrifflicher Bedürfnisse. Im Rückgriff auf die Strawson-Kant-Tradition zu Einbildungskraft und Begriffsanwendung, auf inferentialistische Semantik, auf Bermúdez’ Theorie rationaler Rahmung und auf Gentners Structure-Mapping-Theorie der Analogie entwickelt der Aufsatz einen Rahmen mit vier ineinandergreifenden Komponenten: selektive Übertragung inferenzieller Verknüpfungen statt von Referenz, die leitende Rolle begrifflicher Bedürfnisse und ihrer aptischen Normativität, die empirische Prüfbarkeit übertragener Verknüpfungen mithilfe mechanistischer Interpretierbarkeit sowie die „Karriere“ kognitiver Termini im KI-Kontext von neuartigen Vergleichen über inferenzielle Aushandlung bis hin zu möglicher Konventionalisierung. Damit verschiebt der Aufsatz die Debatte über die wörtliche Anwendbarkeit kognitiver Termini auf KI hin zu abgestuften und empirisch bearbeitbaren Fragen nach der Passung bestimmter inferenzieller Übertragungen und zeigt zugleich, dass die Wahl eines kognitiven Vokabulars für KI evaluativ und praktisch folgenreich ist.

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Needs of the Mind: How Aptic Normativity Can Guide Conceptual Adaptation

Philosophical Studies. 2026.

Der Aufsatz entwickelt eine Theorie der „Bedürfnisse des Geistes“ als einer spezifisch aptischen Normativität – einer Normativität der Angemessenheit. Nach einer Rekonstruktion der Geschichte verschiedener Bedürfnisauffassungen und ihrer allmählichen Subjektivierung konzentriert sich der Aufsatz auf begriffliche Bedürfnisse und argumentiert, dass sie eine kognitive Deprivation anzeigen, die über einen blossen Mangel an Wörtern hinausgeht: Sie markieren eine Diskrepanz zwischen unserem Begriffsrepertoire und unserer Situation und lenken Conceptual Engineering von einer distanzierten Verbesserung hin zu situierter Anpassung. Dadurch eignet sich ein Needs‑First‑Ansatz in besonderer Weise dazu, begriffliche Anpassung in Zeiten technologischer Umbrüche zu leiten.

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